Bericht zur 1. nationalen Kundgebung der Windkraftgegner am Brandenburger Tor in Berlin PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 18. Mai 2010 um 19:38 Uhr
Von Jutta Reichardt, Sprecherin der Europäischen Plattform gegen Windkraftanlagen - EPAW

Am 15.05.2010 fand in Berlin eine Protestkundgebung der Windkraftgegner statt, an der Vertreter von 118 bundesdeutschen Gegenwind-Verbänden und Bürgerinitiativen teilnahmen.
Der Initiator der Kundgebung Thomas Jacob, Sprecher der Gegenwind-Volksinitiative Brandenburg machte in seiner Auftaktrede deutlich, daß große Teile der Bevölkerung ländlicher Räume nicht mehr bereit sind, den Verlust ihrer Gesundheit, Lebensqualität und Immobilenwerte sowie die Zerstörung von Natur und Landschaft durch  Windkraftwerke klaglos hinzunehmen. Er betonte, daß die Fortsetzung der aktionistischen Energiepolitik in der BRD zugunsten einer Lobby unter Anwendung des Erneuerbare Energien Gesetzes – EEG – die existentiellen Interessen der betroffenen Bürger schwer beschädigt. Die Konsequenz aus diesem rücksichtslosen Umgang mit Mensch und Natur durch Regierung, Behörden und der „Windwirtschaft“ zeige sich in diesem Protest und im provozierten zivilen Ungehorsam.
Der Vorsitzende der Europäischen Plattform gegen Windkraftanlagen – EPAW – zugleich Vorsitzender des  nationalen Umweltschutzverbandes  Fédération Environnement Durable – FED -   in Frankreich Jean-Louis Butré war aus Paris nach Berlin gekommen, um eine Gastrede zu halten. Die EPAW repräsentiert 412 Verbände und Initiativen aus 21 europäischen Ländern und fordert ein Moratorium zur Einstellung aller Windkraftprojekte und eine vollständige Bilanz der ökologischen, ökonomischen  und sozialen Auswirkungen der Windenergieerzeugung in Europa. Herr Butré wies darauf hin, daß die EPAW jede friedliche Aktion unterstützt, die verdeutlicht, daß sich die Windenergieindustrie unsere Lebensräume in Europa aneignet.
Begleitet wurde Jean-Louis Butré vom 2. Vorsitzenden der EPAW, Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein, der gleichzeitig Vorsitzender des Bundesverbandes Landschaftsschutz ist.
Die Sprecherin der EPAW für Deutschland, Jutta Reichardt vom Landesverband der Windkraftgegner in Schleswig-Holstein, machte deutlich, daß die anwesenden Vertreter der  Gegenwindorganisationen der BRD weltweite Unterstützung erfahren. Verbündete Organisationen wie z.B. die Nordamerikanische Plattform – NAPAW -  und Mitstreiter aus vielen Nationen, in denen sich die gleichen Entwicklungen zu Lasten von Mensch und Natur abzeichnen, haben in 101 Unterstützerschreiben ihre Solidarität mit den Protestierenden bekundet.
Die Schreiben mit zum Teil hochdramatischem Inhalt von Betroffenen und von Wissenschaftlern aus allen Erdteilen zeigten vergleichbare Themenschwerpunkte wie in Deutschland:
Artenverlust durch Vernichtung von Lebensräumen, Störung der Vogelzugrouten und Tötungen von Vögeln und Fledermäusen durch Rotoren mit staatlicher Lizenz durch Außerkraftsetzung des Bundesnaturschutzgesetzes – Verlust des Natur- und Kulturerbes in den von der Windkraft besetzten Gebieten – schwere Störungen des Sozialgefüges in ländlichen Gemeinden durch Ausgrenzung, Unterdrückung und Bedrohung von Windkraftgegnern -  Verlust von demokratischen Rechten wie Meinungsfreiheit und Mitspracherecht – Korruption in Politik und Verwaltung – Einflußnahme der Windlobby auf die Legislative - Verlust von Eigentum, Alterssicherung und Heimat – Ohnmacht und Angst gegenüber dem Druck von Windlobby, Politik und Medien – Verluste in privatwirtschaftlichen Bereichen wie z.B. im Tourismus und in der Tierhaltung und Zucht – Aushebelung des Naturschutzes durch Spenden und Sponsoring an die Verbände durch die Windlobby – Übernahme von unsozialen, weil einseitig fördernden Gesetzen wie das EEG – ständig steigende Stromkosten – Lügen der Windlobby im Umgang mit den Gemeinden und den betroffenen Mitbürgern – Verlust der Lebensqualität auf dem Land durch Dauerlärm, optische Bedrängung und Schattenschlag – Verunglimpfung und Diskriminierung von Andersdenkenden durch Politiker und Lobbyisten auch in den Medien -  Entdemokratisierung des Gesellschaft zugunsten einer Diktatur der Windlobby - Geldgier von Landverpächtern, Windkraftbetreibern und korrupten Vertretern in Gemeinden und Ämtern –  Lizenz zum Gelddrucken für einige wenige Profiteure durch das EEG und die Übernahme desselben von anderen Nationen - Deutsche als sog. Klimaretter, die das Leben an Windkraftwerken angeblich als Glück und Gnade empfinden - Verlust der Gesundheit durch Niederfrequenz- und Infraschall.
Dazu präsentierten Kinder aus Schleswig-Holstein auf der Bühne die Flaggengirlande der Länder, aus denen die Unterstützerschreiben stammten.
Viele Gegenwindler im In- und Ausland berichteten von Krankheitssymptomen, die sich weltweit im Umfeld von Windkraftwerken häufen, wie z.B. Tinnitus, Herzrasen, Schlafstörungen, Schwindel, Bluthochdruck.
Die Ärztin und Autorin der 5-Jahresstudie zum Windturbinensyndrom – WTS -  Dr. Nina Pierpont aus USA hat ebenfalls ein eindrucksvolles Grußwort zur Kundgebung geschickt, in dem sie deutlich macht, daß es unverantwortlich ist, Windkraftwerke innerhalb eines Radius von 2 km zur Wohnbebauung zu genehmigen, da die schädigenden Auswirkungen auf das Gleichgewichtsorgan zweifelsfrei nachgewiesen wurden.
Zum Thema Gesundheitsschäden referierte Hartmut Schönduwe von der Volksinitiative Brandenburg dann auch eindrucksvoll unter Benennung der Belastungen und Krankheitssymptome der Windkraftbetroffenen und klärte über die Ergebnisse verschiedener Studien (z.B. von Dr. Elmar Weiler) zur Infraschallbelastung sowie ihre Auswirkungen auf. Beispiele für WTS-Erkrankungen im Umfeld  von Windkraftwerken gibt es mittlerweile in allen Teilen der BRD, besonders aber auch auf der Nauener Platte in Brandenburg mit 170 installierten WKA.
Als prominenter Redner verdeutlichte der renommierte Fernsehjournalist Günther Ederer, bekannt für seine kritischen und unabhängigen Beiträge, was von der deutschen Politik im Zusammenhang mit der  Windkraftnutzung zu halten ist. Er wies darauf hin, daß sich die Parteien, egal welcher Couleur, mit der Inkraftsetzung des Erneuerbare Energie Gesetzes – EEG - unwählbar gemacht haben. Ob marktwirtschaftliche Interessen, Umverteilung von oben nach unten oder soziale Marktwirtschaft propagiert wird, mit der Umsetzung des EEG sind alle politischen Parteien ihren Prinzipien untreu und somit unwählbar geworden. Das EEG verteuert den Strom, bedeutet staatliche Lenkung, begünstigt einseitig wenige Profiteure der Windenergiewirtschaft und die Verteilung von unten nach oben ist ebenfalls zutiefst unsozial.
Zur ideologisch motivierten und die Windlobby begünstigenden Klimahysterie waren sich alle Redner und die etwa 300 Teilnehmer der Protestkundgebung einig:
Das naßkalte Wetter zum Gegenwindtreffen in Berlin an einem Frühlingstag im Mai ließ alle gemeinsam auf ein baldiges Einsetzen der von Politik, Interessenvertretern und Medien versprochenen Erderwärmung hoffen...
Im Anschluß an die Kundgebung trafen sich Delegierte aus mehreren Bundesländern im Haus der Kulturen in Berlin, um den Weg für die Gründung eines Bundesverbandes der Windkraftgegner zu ebnen.

Mit herzlichem Dank an den Initiator der Kundgebung und alle Organisatoren, an alle Gastredner, die weder weite Anreisen noch das üble Wetter gescheut haben, für ihre Beiträge, an die ebenso tapferen Teilnehmer mit den vielen kreativen Ideen für die Gestaltung von Transparenten, Bannern, Flaggen und grandiosen Anti-WKA-Modellen und an alle Mitstreiter und Verbündeten auf der Welt, die uns mit ihren Unterstützerschreiben Mut gemacht haben!

Dies war der Beginn des öffentlichen Teils unserer gemeinsamen Arbeit gegen den Windwahn – auf eine effektive Zusammenarbeit zugunsten einer weltweiten Bewegung gegen die Zerstörung unserer Lebensräume und der Natur durch Windkraftwerke!
Machen Sie mit, solange es noch etwas zu bewahren gibt!

JR

Fotos der Kundgebung sowie die Unterstützerschreiben finden Sie auf www.windwahn.de und www.gegenwind-sh.de

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